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Warum auf jedem BMX-Weltmeister Santini steht

Hintergrund 02.09.2026 Jörn Frey
Egal ob BMX Racing, Straße, Bahn oder Mountainbike: Wer UCI-Weltmeister wird, trägt die berühmten Regenbogenstreifen. Und wer einmal genauer auf das Trikot schaut, entdeckt seit Jahrzehnten immer denselben Namen: Santini. Zufall ist das nicht.

Bei einer BMX-Weltmeisterschaft wechseln innerhalb weniger Minuten nicht nur Titel und Medaillen den Besitzer. Für die Sieger beginnt gleichzeitig ein Jahr in einem der bekanntesten Trikots des gesamten Radsports: dem weißen UCI-Weltmeistertrikot mit den fünf Regenbogenstreifen.

Doch während die Fahrer normalerweise in den Trikots ihrer Nationalmannschaften, Teams oder persönlichen Ausrüster unterwegs sind, kommt das Rainbow Jersey aus einer ganz anderen Quelle.

Es stammt von Santini.

Und das schon erstaunlich lange.

Eine Verbindung seit 1988

Bereits 1988 wurde das italienische Familienunternehmen offizieller Partner der UCI. Santini übernahm die Herstellung der Weltmeistertrikots sowie verschiedener Weltcup-Führungstrikots. Noch im selben Jahr gewann der Italiener Maurizio Fondriest die Straßen-Weltmeisterschaft in Ronse – und trug damit laut Santini das erste von der Firma gefertigte Rainbow Jersey.

Aus einem Ausrüstervertrag wurde anschließend eine der langlebigsten Partnerschaften im internationalen Radsport.

Heute liefert Santini die Regenbogentrikots für UCI-Weltmeister in sämtlichen Radsportdisziplinen. Dazu gehört selbstverständlich auch BMX Racing. Die Zusammenarbeit wurde inzwischen erneut verlängert und läuft mindestens bis 2031.

Santini bezeichnet sich deshalb inzwischen nicht ganz zu Unrecht selbst als „The Rainbow Factory“.

BMX gehört zur selben Tradition

Das Interessante daran: Das BMX-Weltmeistertrikot ist kein spezielles BMX-Design und auch keine Erfindung der vergleichsweise jungen Disziplin.

Die Geschichte der Regenbogenstreifen reicht bis 1927 zurück. Damals gewann Alfredo Binda am Nürburgring die erste Profi-Straßenweltmeisterschaft, bei der das neue Rainbow Jersey vergeben wurde.

BMX Racing kam Jahrzehnte später dazu. Die erste UCI BMX-Weltmeisterschaft wurde 1986 in Riccione ausgetragen. Heute geht es dort um genau dasselbe Symbol: Wer Weltmeister wird, verdient sich die Regenbogenstreifen.

Damit steht ein BMX-Profi auf dem Startgate im gleichen traditionsreichen Weltmeistertrikot wie die Champions auf Straße, Bahn oder Mountainbike.

Ein Trikot, das alles verändert

Das führt im BMX Racing zu einem interessanten Effekt.

Ein Fahrer kann das gesamte Jahr in den Farben seiner Nationalmannschaft oder seines Teams unterwegs sein. Wird er Weltmeister, sieht man ihn anschließend bei internationalen Rennen plötzlich im weißen Rainbow Jersey.

2026 wurden in Brisbane beispielsweise Jesse Asmus bei den Elite Men und Bethany Shriever bei den Elite Women zu UCI-Weltmeistern erklärt. Mit dem Titel gehört ihnen für ihre Amtszeit auch das Recht, die berühmten Regenbogenstreifen zu tragen.

Und selbst danach verschwinden die Farben nicht vollständig: Ehemalige Weltmeister dürfen die Regenbogenstreifen weiterhin an Ärmeln oder Kragen ihres normalen Renntrikots tragen – allerdings nur in der Disziplin beziehungsweise Spezialität, in der sie den Weltmeistertitel gewonnen haben.

Fast ein kleines Monopol

Santini besitzt natürlich kein Monopol auf BMX-Trikots. Nationalteams, Factory Teams, Clubs und einzelne Fahrer fahren mit zahlreichen unterschiedlichen Herstellern.

Beim vielleicht wichtigsten Trikot des Sports sieht die Sache jedoch anders aus.

Seit fast vier Jahrzehnten führt der Weg zum UCI-Regenbogentrikot praktisch direkt nach Bergamo zu Santini.

Wer also bei der nächsten BMX-WM das Santini-Logo auf dem Trikot des neuen Weltmeisters entdeckt, weiß jetzt: Dahinter steckt nicht einfach ein weiterer Sponsor.

Es ist eine Verbindung, die inzwischen älter ist als die Karriere jedes aktuellen BMX-Elitefahrers – und aus dem kleinen italienischen Bekleidungshersteller gewissermaßen die Schneiderei der Weltmeister gemacht hat.

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