Zwei Olympiasiege in London 2012 und Rio 2016, dazu Silber in Tokio 2020. Drei Elite-Weltmeistertitel im klassischen BMX Race, zahlreiche Weltcupsiege und drei Siege bei den Panamerikanischen Spielen. Dazu kommen insgesamt zehn Titel bei Panamerika-Meisterschaften. Kaum eine andere Fahrerin hat den Sport über einen derart langen Zeitraum geprägt.
Bei den Olympischen Spielen in Paris 2024 blieb die damals 32-Jährige erstmals ohne Medaille. Pajón musste über den Last Chance Qualifier ins Halbfinale und schied dort schließlich aus. Schon vor den Spielen hatte sie 2024 weder bei der WM noch im Weltcup auf dem Podium gestanden. Ein mögliches Karriereende lag deshalb für viele Beobachter nahe.
Doch Pajón dachte gar nicht daran aufzuhören.
Nach Paris verschoben sich zunächst die Prioritäten. 2025 wurde sie schwanger, Ende November kam ihr Sohn Théo zur Welt. Schon wenige Monate später trainierte die Kolumbianerin wieder – und machte deutlich, dass Los Angeles 2028 weiterhin ihr großes Ziel ist.
Comeback – aber plötzlich ohne BMX-Bike
Besonders spannend: Ihr offizielles Wettkampf-Comeback fand im Juli 2026 nicht auf einer BMX-Strecke statt, sondern im Velodrom.
Bei den kolumbianischen Bahnmeisterschaften in Cali startete Pajón in der Mannschaftssprint-Formation von Antioquia – und kehrte direkt mit einem nationalen Titel zurück. Gemeinsam mit Stefany Cuadrado, Manuela Loaiza und Juliana Gaviria gewann ihr Team Gold.
Ganz neu ist die Bahn für Pajón allerdings nicht. Bereits 2017 gewann sie bei den Bolivarian Games Gold im Teamsprint. Die Explosivität aus dem BMX passt naturgemäß hervorragend zu den kurzen Sprintdisziplinen im Velodrom.
Und aus dem Experiment wird inzwischen offenbar mehr: Bei den Südamerikaspielen 2026 in Argentinien gehört Pajón zum kolumbianischen Bahnrad-Team – nicht zum BMX-Team.
BMX, Bahn – oder beides in Los Angeles?
Genau das macht ihre Geschichte auf dem Weg zu LA28 so interessant.
Pajón hat mehrfach klargemacht, dass sie die Bahn ernsthaft als olympische Option betrachtet. Gleichzeitig möchte sie das BMX nicht einfach hinter sich lassen. Im Frühjahr sagte sie, die Bahn begeistere und motiviere sie, BMX bleibe aber ihre große Liebe. Erst wenn sie körperlich wieder bei 100 Prozent sei, wolle sie entscheiden, welchen Weg sie einschlägt.
Schon nach Paris 2024 hatte sie deshalb offengelassen, ob sie sich vollständig auf die Bahn konzentriert oder zusätzlich noch einmal versucht, sich im BMX Race für Olympia zu qualifizieren.
Los Angeles 2028 ist jedenfalls das Ziel. Nur auf welchem Fahrrad Mariana Pajón dort am Start stehen will, ist noch nicht endgültig entschieden.
Und vielleicht ist genau das die spannendste Geschichte rund um die inzwischen 34-Jährige: Die erfolgreichste Olympionikin der BMX-Race-Geschichte versucht nicht einfach, ihre Karriere irgendwie zu verlängern. Sie erfindet sie gerade noch einmal neu.
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