Am Samstag setzte sich Mathis Ragot Richard vor seinem französischen Landsmann Eddy Clerté durch. Für eine Überraschung sorgte der erst 19-jährige Lette Kristers Apels, der als Dritter erstmals in einem Elite-Finale direkt auf dem Podium stand. Philip Schaub belegte als bester Deutscher Rang acht.
Bei den Frauen gewann Merel Smulders vor Leila Walker aus Neuseeland und Indy Scheepers.
Am Sonntag wurden die Karten bei dem höher eingestuften HC-Rennen noch einmal neu gemischt. Diesmal setzte sich Eddy Clerté vor Loris Aeberhard und Mathis Ragot Richard durch. Bei den Frauen blieb dagegen alles beim Alten: Merel Smulders gewann erneut, diesmal vor Indy Scheepers und Leila Walker.
Wo waren die großen Namen?
Mindestens ebenso auffällig wie die Ergebnisse war allerdings, wer in Sviland nicht am Start stand. Für einen Europacup mit einem HC-Rennen am Sonntag war das Elitefeld erstaunlich dünn besetzt. Viele der Namen, die man regelmäßig bei Weltcups, Europameisterschaften oder großen Europacup-Rennen vorne sieht, fehlten in Norwegen.
Ganz überraschend ist das allerdings nicht. Sviland liegt für viele der großen BMX-Nationen Europas vergleichsweise weit abseits. Für Teams aus Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz oder Deutschland bedeutet ein Rennwochenende in Norwegen eine lange und entsprechend teure Anreise. Hinzu kommt ein ohnehin voller internationaler Rennkalender. Fahrer und Teams müssen deshalb genau abwägen, bei welchen Rennen sich Reiseaufwand, Kosten und Belastung lohnen.
Das macht die geringe Beteiligung trotzdem interessant. Denn sportlich sind solche Rennen inzwischen keineswegs bedeutungslos.
Der Weg nach Los Angeles hat bereits begonnen
Die Olympischen Spiele 2028 wirken noch weit entfernt, doch im BMX Racing läuft das Qualifikationsranking für Los Angeles bereits. Damit können UCI-Punkte, die bei internationalen Rennen gesammelt werden, schon jetzt für die langfristige Olympia-Qualifikation der Nationen eine Rolle spielen.
Gerade ein HC-Rennen bietet dabei entsprechend wertvolle Punkte. Umso bemerkenswerter ist es, dass einige der absoluten Topfahrer auf Sviland verzichtet haben. Offenbar zählt für viele Teams derzeit nicht einfach jedes mögliche Punkterennen, sondern eine gezielte Planung über die gesamte Qualifikationsphase.
Das könnte sich mit fortschreitender Olympia-Qualifikation allerdings ändern. Je enger die Abstände im Nationenranking werden, desto interessanter dürften auch Europacup-Rennen werden, die heute noch von einem Teil der Weltspitze ausgelassen werden.
Schlüsselbeinbruch bei Malene Kejlstrup
Für Malene Kejlstrup endete das Wochenende besonders bitter. Die Dänin zog sich in Sviland einen Schlüsselbeinbruch zu, wie sie anschließend selbst in einem Instagram-Video mitteilte.
Damit dürfte für sie zunächst eine Rennpause anstehen. Gerade zu Beginn der langen Qualifikationsphase für Los Angeles 2028 ist das ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt – auch wenn bis zu den Olympischen Spielen natürlich noch viel Zeit bleibt.
Sviland zeigte damit gleich zwei Seiten des aktuellen BMX-Europacups: sportlich bot das Wochenende einigen Fahrern aus der zweiten Reihe die Gelegenheit, sich ganz vorne zu zeigen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass der lange Weg nach Los Angeles bereits begonnen hat – auch wenn längst noch nicht alle Stars jedes mögliche Punkterennen mitnehmen.
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